Kitzrettung im Eichsfeld

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Es läuft sicher bei allen Beteiligten ein kalter Schauer über den Rücken, wenn man ein durch Mähmaschinen zerstückeltes Kitz auf einer frisch gemähten Wiese findet.
Generationen von Jägern bemühen sich um diese Rehkitzverluste zu minimieren. Methoden und Verfahren gab es bisher viele. Absuchen der Wiesen mit entsprechend ausgebildeten Hunden. Anbringen von Vergrämungsobjekten, weiße oder bunte Tücher, Flatterballons, mähen der Wiesen von innen nach außen u.v.m. Auch die Maschinenhersteller konstruieren sog. Wildretter als Anbauten.


Der Erfolg dieser Methoden ist von vielen Faktoren abhängig. Die Aktionen müssen zeitnah mit der Ernte erfolgen, es darf für das Wild kein Gewöhnungseffekt eintreten, subjektive Faktoren beeinflussen den Erfolg. Die Entwicklung der Landmaschinen, größer, schneller, effektiver, lässt dem Jungwild kaum eine Chance. In dieser Situation erlangt die Kitzrettung mittels Drohne mit Wärmebildkamera eine adäquate Bedeutung.
Die Jägerschaft Worbis hat diesen Gedanken vor geraumer Zeit aufgegriffen und erste Erfolge zu vermelden. So konnten in dieser Saison 13 Kitze vor dem Mähtod gerettet werden.


Die Kenntnis über die Förderfähigkeit des Drohnenkaufs und ihre Anschaffung ist die eine Seite. Damit ist noch kein Kitz gerettet. Es müssen Personen gefunden und ausgebildet werden. Der Einsatz der Drohnen unterliegt staatlicher Reglementierungen. Da es sich bei der Suche nach Kitzen um Jagdausübung handelt sollte der Verantwortliche einen Jagdschein besitzen. Der Revierinhaber sollte einbezogen werden bzw. muss eine Erlaubnis erteilen.
Der Einsatz der Drohne sollte am Erntetag erfolgen und im Morgengrauen beginnen. Die Wärmebildkamera arbeitet am sichersten bei hoher Wärmedifferenz zwischen Kitz und Umwelt. Der Drohnenführer erkennt das Kitz als farbigen Punkt und dirigiert einen Helfer zum Punkt. Dabei ist eine Funkverbindung hilfreich. Mit Erntegut umfasst, sollte es aus der Gefahrenzone gebracht werden und mittels einer Obststiege o.ä. fixiert werden. Nach Abschluss der Erntearbeiten wird die Kiste entfernt.


Die Jägerschaft Worbis hat in der Zwischenzeit drei Drohnen angeschafft. Sie erfreuen sich bei den Landwirten großer Beliebtheit. Es gibt viele Angebote der Landwirtschaftsbetriebe sich an den Kosten zu beteiligen und das Hilfspersonal zu stellen. Wir haben die Geräte in den Hegeringen stationiert. Wir haben Jäger als Drohnenführer ausgebildet, Fertigkeiten entwickeln sich nur im Training dazu sind Übungsprogramme notwendig. Der Einsatz kann nur durch rechzeitiges Anmelden der Mäharbeiten durch die Landwirte erfolgen. Dabei muss der örtliche Jäger einbezogen werden. Personal und Technik muss auf den Einsatz vorbereitet werden.


Der Erfolg gibt uns Recht. So wollen wir Jäger unserem Hegeauftrag lt. BJG gerecht werden.
In der Folgezeit kann der Einsatz der Drohnen erweitert werden. So könnte man größere Raps- oder Maisschläge nach Wildschäden absuchen u.ä.m.

Eine Drohne als Lebensretter | Thüringer Allgemeine 29.01.2020

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Viele Jäger  hören Jörg Fuchs genau zu. Er ist ins Eichsfeld gereist, um die Jäger für den Drohnen-Pilotenschein auszubilden. Das orangefarbene, selbst mit der Wärmebildkamera keine zwei Kilo schwere Fluggerät ruht auf einr Plane. Anne Marie Born trifft ein, auch sie ist neugierig. Sie kommt von der Regionalen Arbeitsgemeinschaft, die Projekte im Eichsfeld betreut, die über das Leader Programm gefördert werden. Die Drohne gehört zu den Projekten. Es ist neu im Eichsfeld, und auch für die Leaderförderung ist es neu, sagt Anne Marie Born. Uns als Jägerschaft liegt diese Sache sehr am Herzen und die Drohen kann vielseitig eingesetzt werden. Weiterlesen können Sie den Artikel hier.